5.5 Jahre Textair – Wie alles begann

Aller Anfang ist schwer, heisst es doch so schön. Aber mit ein bisschen Glück geht es leichter. So war es bei mir am Anfang meiner Selbständigkeit.

Nach meinem Good-Bye als People-Redaktor in Festanstellung beim Blick angelte ich mir gleich einen Freelance-Job im ehemaligen Team plus eine eigene Rubrik im Blick am Abend. Eine wöchentlich erscheinende Musikseite, auf der ich mich austoben konnte. Soweit der leichte Teil. Zum Leben reichte das aber noch lange nicht. Doch was tun? Back to the roots in die Gastronomie. Das war die Lösung.

Wie eine Bar funktioniert, hatte ich bereits als Psychologiestudent erfahren. Nun meldete ich mich bei der Flora Buvette. Klingt nach Spass, dachte ich. Arbeiten am Rhein und so. Stimmt aber nur zum Teil. Wenn du bei 36 Grad im Sommer in diesem Hüttli Bier zapfen musst, während die anderen gemütlich in der Sonne liegen oder sich im Wasser abkühlen, sehnst du dich schon einen Moment lang nach der Klimaanlage im Büro und dem gut bezahlten Job zurück.

Irgendwann kam der Herbst und mit ihm das Saisonende. Automatisch war ich gezwungen, mich nach weiteren Schreibjobs umzusehen. Wenn man muss, gehts gleich ein wenig besser. Aber trauen muss man sich auch. Also nichts wie los und alle Leute abtelefonieren und anschreiben, die von meiner Arbeit als Schreiberling profitieren könnten. Die ersten Werbejobs flatterten ins Haus und das journalistische Netzwerk wuchs. Ich wusste, wenn ich mir Mühe gebe, werde ich weiterempfohlen. Der Plan ging zum Glück auf. Ja, ein wenig Glück braucht es schon und eine Prise naiver Optimismus. Denn wer zu viel nachdenkt, findet zu viele Gründe, um den Schritt ins Ungewisse eben nicht zu wagen.

Prost. Auf 5.5 Jahre Textair und alle, die mich auf meinem Weg unterstützt haben.

Benedikt LachenmeierComment