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Bene und Tobias sitzen unter dem Weihnachtsbaum und kommentieren die diesjährigen Weihnachtswerbespots der Grossverteiler.

Das Textair-Duell der Weihnachtsspots 2022

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Das Textair-Duell der Weihnachtsspots 2022

Leise rieselt der Schnee. Das Haus «zum Adlerberg» liegt einsam und zugeschneit am Schaffhauserrheinweg 55. Die Fenster sind dunkel und verlassen. Nur bei Textair brennt noch Licht. Bene und Tobias sitzen unter dem Weihnachtsbaum und kommentieren die diesjährigen Weihnachtswerbespots der Grossverteiler. Hier kommt das Textair-Duell der Weihnachtsspots 2022.

Migros: Weihnachtsspot der Kinder

Bene: Kinder erzählen eine Weihnachtsgeschichte? Schöne Bescherung. Ein Chrüsimüsi, diese Story, aber cool. Am Schluss frage ich mich allerdings: Stammt die Idee vielleicht doch eher von einer Werbeagentur? Wie dem auch sei: Witzige Geschichte, die mit «Für ein Fest voller Wunder. Lassen wir uns von Kindern verzaubern.» einen stimmigen Ausgang findet. Oh du Fröhliche!

Tobias: Weihnachten ist immer früher. Mittlerweile schon zu Halloween. Die Migros vermischt dieses Jahr die Feiertage. Okay, es erzählen schliesslich Kinder. Vielleicht kommt die Verwirrung von da. Denn: Was wäre besser als Süssigkeiten und Geschenke an einem Tag? Genau. Das grosse M setzt auf den Cuteness-Faktor und weniger auf Feiertagsstimmung. Es muss ja auch nicht immer schwermütig sein.

Coop: Weihnachtsspot des Helfens

Bene: Junge Frau hilft altem Mann. Alter Mann hilft kleinem Mädchen. Musiker hilft junger Mutter. Ja, lieber Coop, wir haben es begriffen: An Weihnachten sind wir alle lieb zueinander. Und da macht auch der letzte Strassenköter mit. Ja, Hunde kommen auch vor in diesem Weihnachtsspot. «Füreinander da sein, ist das grösste Geschenk.» Im Ernst? Das geht doch besser.

Tobias: Hilf doch mal deiner Nachbarschaft. Oder dem parkierten Auto oder den Menschen an der Bushaltestelle. Wer nicht überzeugt ist: Ja, es kommt auch ein Hund vor. Süss. Nun gut. Nächstenliebe als Kreislaufwirtschaft ist eine schöne Vorstellung. Aber mit etwas gar viel Kitsch gefüllt. Entspricht leider nicht ganz der Self-Check-Out-Mentalität der grossen Lebensmittel-Bunker von Coop. Fröhliches Weihnachts-shopping.

Coca-Cola: Weihnachtsspot der guten Nachbarschaft

Bene: Coca-Cola lässt dieses Jahr den Weihnachtstruck in der Garage und klettert dafür mit den Nachbar:innen aufs Dach. Wie wäre es mit einer Paketpost, um alle Leute im Haus einzuladen? Das dachte sich ein Junge, dem seine Nachbarin leidtat. Schöne Idee, kreativ umgesetzt – und geschickt gebrandet mit einer Kartonschachtel. Zwar offensichtlich, aber unaufdringlich. I like!

Tobias: Endlich etwas Spannung und Weihnachtsgefühle. Die Story ist schnell erzählt: Aus nachbarschaftlichem Argwohn wird Freundschaft. Der Geist von Weihnachten machts möglich. Und natürlich Coca-Cola. Ein gelungener Spot mit einer süssen Story. Aber: Die Cola beim Festmahl ersetze ich doch lieber mit einem Glas Rotwein. Oder zwei. Prost!

Lidl: Der gechillte Weihnachtsspot

Bene: Lange Haare, Bart, Sonnenbrille: Weihnachten ist die Zeit zum Chillen, sagt uns Lidl in Form eines etwas ungepflegten Typs. Und was der alles kann! Kochen, leuchten wie ein Weihnachtsbaum und auf der Flöte «Easy» von The Commodores trällern. Ich bin überzeugt: So hat der Santiglaus ausgesehen, als er noch jung war. Oder vielleicht ist es doch der Bruder von Franky Slow Down? Irgendwie gefällt mir dieser Weihnachtsspot – obwohl ich eigentlich ein Migros-Kind bin.

Tobias: Der Weihnachtsmann ist ein Hipster mit einem Hauch Frank Zappa. Oder ist es doch der Dude aus «the big lebowski»? Arschcool zaubert der sonnenbebrillte Barträger ein kulinarisches Meisterwerk und versammelt seine Liebsten bei sich zu Hause am Tisch. Entspannt, entspannter, Lidl. So wünsch ich mir mein Weihnachtsfest. Wobei etwas mehr Kitsch nicht verkehrt wäre.

John Lewis: Der Weihnachtsspot der kleinen Dinge

Bene: John Lewis ist sozusagen die Manor des Vereinigten Königreichs. Und die drehen nicht einfach irgendeinen lustigen Weihnachtsspot, sondern bewirken auch etwas mit ihrer Geschichte. Das Kaufhaus spendet die Teile der Einnahmen aus dem im Film beworbenen Produkten den Organisationen «Action for Children» und «Who Cares? Scotland.» Warum? Seht selbst.

Tobias: “All the small things…” Blink 182 und ein Skateboard in einem Weihnachtsspot? Das beginnt schon mal fantastisch. Und weiter geht’s: Erwachsener Mann beim Üben: Skaten, hinfallen, wieder aufstehen. Weihnachtsbaum holen, skaten, hinfallen. Kochen, skaten, hinfallen. Wieder aufstehen. Es klingelt: An der Türe: Elli, ca. 13 Jahre alt, Skaterin und Waisenkind. Sie gehört ab heute auch zur Familie. Die Message? Hingabe und Fürsorge sind die Essenz von Weihnachten. Und dabei zählen die kleinen Dinge im Leben.

Märklin: Der Weihnachtsspot der Generationen

Bene: Opi ist tot, Papi ist traurig. Tochter baut zu Weihnachten eine Landschaft für die Märklin-Eisenbahn. Papi findet Trost. «Das schönste Geschenk ist die Zeit, die ihr zusammen seid», sagt die Off-Stimme. Und Achtung, jetzt kommts: «Mit den Startpackungen von Märklin.» Ah, so ist das: Nur Märklin macht glücklich? Ojemine.

Tobias: Züge verbinden Städte. Märklin verbindet Generationen. Ein gelungener Spot mit einer gehörigen Portion Nostalgie: Opa ist gestorben. Die Tochter baut für Papa die Modelleisenbahn wieder auf. Auf den Gleisen? Die alte Dampflock von Papa. Tränen sind garantiert. Aber schon rast das neue ICE-Modell von Märklin vorbei und alles ist wieder gut. Konsum macht eben doch glücklich.

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Du brauchst noch mehr? Hier findest du unseren Artikel zu den Weihnachtsspots 2020.

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