Too Much Choice: Warum zu viel Auswahl krank macht

Too Much Choice: Warum zu viel Auswahl krank macht

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Too much Choice: Warum zu viel Auswahl krank macht

Du hast die Wahl. Tönt gut, oder? Nicht unbedingt. Forscher sagen sogar: Zu viel Auswahl kann krank machen. Und Weihnachten macht die Sache auch nicht besser. Warum? Wir haben ein paar Studien zum Thema Too Much Choice unter die Lupe genommen.

Alle Jahre wieder – kommt der Geschenkewahn. Ja, was soll ich denn meiner Freundin nach über zehn Jahren Beziehung noch schenken? Es wird immer schwieriger. Und nicht nur, weil ich ihr vom Parfüm über das Buch bis hin zum Weekendtrip alles schon geschenkt hätte. Nein. Es gibt einfach viel zu viel Sachen zu kaufen auf dieser Welt. Sei doch mal kreativ, hör ich dich sagen. Ja, stimmt. Aber ich bin doch schon mit meiner Tochter am Basteln!

Weniger ist mehr. Das ist nicht einfach eine abgedroschene Aussage, sondern das Resultat unzähliger Studien. Dabei sollte man doch meinen, dass wenn man Kunden mehr Auswahlmöglichkeiten bietet, sie mit grösserer Wahrscheinlichkeit das finden, wonach sie suchen. Die meisten Unternehmen gehen genau davon aus. Aber bist du nicht auch überfordert, wenn du im Supermarkt vor dem Regal stehst und einfach ein Packung Chips kaufen willst, und dann kommen sie mit: Chips mit Chilli, Chips mit Paprika, Chips nature, Chips mit Zwiebelgeschmack, Chips mit Speckgeschmack. Ich glaube, mir wird schlecht.

26 Sorten Konfitüre sind zu viel

Apropos Food: Im Jahr 2000 veröffentlichten die Psychologen Sheena Iyengar und Mark Lepper von der Columbia University ihre Jam Study. Das Experiment lief folgendermassen ab: An einem ganz normalen Tag im Supermarkt fanden die Kunden 24 Sorten von Konfitüren vor. An einem anderen Tag stellte der Supermarkt den Kunden sechs Sorten zur Auswahl hin. Was denkst du: An welchem Tag verkaufte der Laden mehr Konfitüren? Richtig!

Die 24 verschiedenen Konfitüren weckten zwar mehr Interesse. Aber die Konsumenten kauften eher eine Konfitüre, wenn sie nur zwischen sechs Sorten aussuchen mussten. Der Grund: Too much choice! Die riesige Auswahl demotivierte die Konsumenten.

Klar, eine grosse Auswahl ist auf den ersten Blick attraktiver als eine kleine. Aber wann ist ein kleines Sortiment tatsächlich besser? 

  • Wenn Menschen eine schnelle und einfache Wahl treffen wollen
  • Wenn das Produkt komplex ist
  • Wenn es schwierig ist, die Alternativen zu vergleichen
  • Wenn Konsumenten keine klaren Vorlieben haben
Seien wir ehrlich. Bis auf Punkt 2 und 4 ist das eigentlich immer der Fall. Und wenn du Maximizer statt Minimizer bist, hast du sowieso ein Problem. 

Too Much Choice macht depressiv

Der Psychologe Brian Schwartz und Autor von «The Paradox Of Choice» geht sogar noch einen Schritt weiter. Er sagt: «Alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten tragen zu schlechten Entscheidungen, zu Angstzuständen, Stress und Unzufriedenheit bei – sogar zu klinischen Depressionen.» Seine Lösung: «Das Geheimnis von Glück sind niedrige Erwartungen.» Logisch, dass wir oft nicht glücklich sind.

Früher waren die Kinder bescheiden

Arme Kinder. Klar wollen sie zu Weihnachten immer mehr Geschenke, wenn die Auswahl immer grösser wird. Und die Erwartungen sind entsprechend hoch. Früher war es einfacher. Das Schweizer Fernsehen ging 1966 auf die Strasse und hat Kinder gefragt, was sie sich zu Weihnachten wünschen. Schau mal rein. Wie bescheiden sie damals waren…

Fünf gute Gründe fürs Wichteln

Ein paar Geschenke für die Kinder unter dem Weihnachtsbaum dürfen es dann schon sein. Einfach nicht übertreiben, liebe Eltern, gäll? Für die Erwachsenen hingegen gilt: Wichteln! Ein Geschenk reicht doch aus. Wir haben fünf gute Gründe fürs Wichteln für dich zusammengestellt. Aber welches Präsentchen solls denn sein? Und schon haben wir wieder das Problem. Um Too much Choice kommen wir einfach nicht rum.

In diesem Sinn: Frohe Weihnachten

 

Benedikt

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