Häufige Rechtschreib- und Grammatikfehler und die dazugehörigen Regeln

Häufige Rechtschreib- und Grammatikfehler und die dazugehörigen Regeln

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Deutsche Sprache, schwere Sprache. Das wissen alle, die versuchen, Deutsch als Fremdsprache zu lernen. Doch auch Muttersprachler haben Probleme mit den unzähligen Regeln und Ausnahmen in der deutschen Grammatik. Hier kommen acht häufige Rechtschreib- und Grammatikfehler und die dazugehörigen Regeln.

1. das / dass

Die Verwechslung von «das» und «dass» ist ein Klassiker. Dabei handelt es sich oft um einen Flüchtigkeitsfehler, denn die Unterscheidung der beiden ist eigentlich ganz einfach: Ein «das» steht nach einem Komma, wenn es sich gedanklich problemlos durch ein «dieses», «welches» oder «jenes» ersetzen lässt. Zum Beispiel: «Ich fülle das Wasserglas, das halb leer ist.» Ansonsten steht immer ein «dass» da: «Ich weiss, dass sie Durst hat.»

2. seid / seit

Ebenfalls eine beliebte Verwechslung, die immer wieder auftaucht. Auch hier die Unterscheidung eigentlich simpel: «Seid» ist die zweite Pluralform des Verbs «sein», «seit» muss sich immer auf die Zeit beziehen. Zum Beispiel: «Seit mich meine Lehrerin auf diesen Fehler aufmerksam gemacht hat, mache ich ihn nicht mehr. Seid ihr damit einverstanden?»

3. wie / als

Für diese Erklärung gibt es sogar eine eigene Website, die den Unterschied perfekt erklärt: «Das Wort «als» drückt eindeutige Ungleichheit aus, zum Beispiel: In Norwegen ist es kühler als in Spanien. Im Winter schlafe ich besser als im Sommer. Er ist grösser als sie. Im Gegensatz dazu kommt «wie» zum Einsatz, wenn bestimmte Dinge miteinander verglichen werden, die nicht ungleich sind, zum Beispiel: Er ist ungefähr so gross wie du. Es ist genau so, wie ich es gesagt habe.»

4. indem / in dem

Beide Versionen leiten einen Relativsatz ein, haben aber unterschiedliche Bedeutungen. «Indem» leitet einen Gliedsatz ein, der das Mittel oder den Begleitumstand von etwas angibt. In diesem Fall lässt sich «indem» durch «damit» oder «dadurch» ersetzen. Zum Beispiel: «Er bedankte sich, indem er ihr Blumen schenkte.»

«In dem» besteht dagegen aus der Präposition «in» und dem Relativpronomen «dem». Dies lässt sich am besten mit einem Beispiel veranschaulichen: «Wir besuchten das Restaurant, in dem wir schon einige Monate zuvor gegessen hatten.»

5. «Andrea’s Buch»

Dieser Fehler hat sich aus dem Englischen bei uns eingeschlichen. Der Apostroph nach einem Genitiv ist dort nämlich korrekt: «Andrea’s book». Im Deutschen muss der Apostroph jedoch weggelassen werden. Richtig heisst es: «Andreas Buch». Dann gehört das Buch Andrea. Endet das Substantiv mit einem S, kommt jedoch ein Apostroph zum Einsatz: Gehört das Buch Andreas, dann schreibt man «Andreas’ Buch».

6. Steigerungen, die es nicht gibt

In Arbeitszeugnissen steht oft «zu unserer vollsten Zufriedenheit». Dabei gibt es eigentlich gar keine Steigerung von «voll». Genauso wie es keine Steigerung von «leer», «neu», «bestmöglich», «optimal», «kein», «einzig» oder «aktuell» gibt. Auch Verben lassen sich nicht steigern: «Meist gesehenste» oder «meist geklickteste» gibt es nicht. Richtig wäre z. B. «am häufigsten gesehen».

7. Kommafehler

Die fiesen kleinen Strichlein können einen fast verrückt werden lassen. Es gibt so viele Regeln, dass es manchmal schwierig sein kann, den Überblick zu bewahren. In diesem Blog haben wir es versucht.

8. Striche unterschiedlicher Länge

Oft wird ein Bindestrich für einen Gedankenstrich verwendet – und umgekehrt. Ein Gedankenstrich ist jedoch länger als ein Bindestrich und hat eine andere Bedeutung. Ein Gedankenstrich trennt zwei Wörter voneinander, d. h. es steht ein Leerzeichen davor und eines danach. Er kommt z. B. zum Einsatz, wenn noch etwas an einen Satz angehängt werden soll – etwa so. Ob du einen Bindestrich verwendest oder nicht, ist hingegen in den meisten Fällen deiner eigenen Einschätzung überlassen. Er kann z. B. verwendet werden, um unübersichtliche Substantive zu vereinfachen: «Rechtschreib-Regeln» statt «Rechtschreibregeln». Bei der Aneinanderreihung von Worten und Zahlen hast du jedoch keine Wahl, da folgt ein Bindestrich zwingend: «1-2-3-Schnellschreib-Methode». Ebenso zwingend ist ein Bindestrich bei Abkürzungen wie der «MFK-Anmeldung» oder Wortzusammensetzungen mit einzelnen Buchstaben, wie z.B. «E-Mail».

Alles klar?

Manuela

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Autokorrektur beschert uns manchen Fehler z.B. das/dass, aber noch Schlimmeres. Einmal schrieb ich: Lieber A…., zum Glück habe ich vor dem Absenden die „Korrektur“ gesehen und löschen können. Da stand „Liebes Arschloch …“
    Mascha
    🧯🧯🧯🧯

  2. Margrith Jäger

    Super Zusammenstellung der Regeln!
    Ich hoffe, dass es Ihnen gut geht. Erinnern Sie sich noch an mich? Sie hatten mit mir das Interview für 50plus an der Orgel in der ref. Kirche in Schöftland gemacht.
    Freundliche Grüsse,

    Margrith Jäger

    1. TextairBasel

      Danke. Klar erinnere ich mich. Hoffe, dass Sie immer noch mit viel Freude Orgel spielen.

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