Was Werbung mit Schwingen zu tun hat

Was Werbung mit Schwingen zu tun hat

Zum ersten Mal in meinem Leben ging ich vergangenen Samstag an ein Schwingfest. Nicht verwunderlich für einen Städter, oder? Den Event fand ich aufregend, die Duelle oft ein wenig langweilig. Beim Zusehen bin ich auf den einen oder anderen Gedanken gekommen.

Als Neuling an der Weissenstein Schwinget hab ich natürlich genau beobachtet, wie die Jungs aufeinander los gingen. Und auch amüsiert den Ansagen aus den Lautsprechern gelauscht. Besonders gefallen haben mir zwei Redewendungen. Ich nenn das jetzt einfach mal so. Erstens: «An dr Arbet sind…», hat die Kommentatorin immer wieder gesagt. Das hab ich verstanden. Das fand ich lustig. Zweitens: «Dä Gang isch gstellt», hat sie oft verlauten lassen. Gestellt? Wieso? Was ist daran gestellt? Was meint die denn? Mein Sitznachbar klärte mich auf. «Das heisst dänk unentschieden.» Ach so.

 Dä Gang isch gstellt!
Dä Gang isch gstellt!

Es ist halb Zehn. Wir machen die erste Flasche Weisswein auf und gönnen uns dazu Schafs-Landjäger, Emmentaler und Brot. Mjamm. Ist ja schliesslich Schwinget und wir schon seit halb Sieben unterwegs. Ja, und mit dem Weisswein kommen auch die Gedanken. Schwingen ist wie werben, denke ich plötzlich. Im Zweikampf geht ein schmächtiger Typ auf einen Felsbrocken los und gewinnt das Duell. Wie er das macht? Als Laie habe ich scharf beobachtet: Während der Riese am Zwerg minutenlang herumreisst, macht der kleine Mann nur einen Move: Er überrascht seinen Gegner mit einer kleinen Bewegung. Und zack liegt dieser auf dem Rücken und geht als Verlierer vom Sägemehlfeld.

 Mjamm!
Mjamm!

In der Werbung geht es um dasselbe: überraschend muss sie sein, dann ist sie überzeugend. Für eine tolle Idee braucht es kein Riesenbudget. Sprich: Auch ein Kleiner kann gewinnen. Hier ein Beispiel von hier. Einfach und überraschend. Und einfach einleuchtend.

 © eyeloveyou
© eyeloveyou

Weitere Erkenntnisse konnte ich leider keine mehr gewinnen. Nicht nur der Weisswein floss in Strömen, auch der Regen. Nach drei Stunden brachen wir die Zelte ab. Besser gesagt: packten wir unsere karierten Regenjacken ein, nachdem wir zum Gespött von mehreren Camouflage-Regenjackenträgern wurden. Einmal Städter, immer Städter. Sieht man offenbar von Weitem.

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