Floskeln, bitte!

Floskeln, bitte!

Keine Floskeln, bitte! Das lesen wir immer wieder in Briefings von Kunden. Zu plump ist die Sprache sonst. Und inhaltslos. Im Alltag sieht es anders aus. Da heisst es, zumindest manchmal: Floskeln, bitte!

Floskel kommt vom lateinischen Wort flosculus und bedeutet Blümchen. Kann ein schönes Blümchen zu viel sein? Nein. Eben. Floskeln vereinfachen das Leben, genau genommen die Konversation zwischen Menschen. Das kann ja nicht falsch sein. Sie dienen als Lückenfüller, sollte dir mal der Gesprächsstoff ausgehen.

Oder du führst gleich eine ganze Konversation mit Floskeln. Hier kommt mein Versuch. Für einen Monolog reichts jedenfalls. Da brauch ich nicht mal einen Gesprächspartner:

«Sag niemals nie. Geht nicht, gibts nicht. Aller Anfang ist schwer. Passt schon. Da musst du durch. Das ist das Gleiche in Grün. Tut ja nicht weh. Nichts hält ewig. Mal sehen. So ist das Leben. Na, wer sagts denn. Auf jeden Fall. Alles klar. Besser spät als nie. Was muss, das muss. Muss ja. Wenn du mich fragst. Jedem das seine. Ganz ehrlich. Nichts für ungut. Man wird nicht jünger. So siehts aus. So einfach ist das. Und sonst so?»

Gesagt habe ich gerade so einiges, aber eigentlich gar nichts. Es wie beim Thema Wetter. Warum kommen Sonne, Regen und Wolken immer dann zur Sprache, wenn man nicht weiterweiss? Die Antwort ist einfach: Ein Gespräch übers Wetter ist unverfänglich. Jeder hat etwas dazu zu sagen. Es geht ja nicht um Politik oder andere Meinungen. Und auch nicht um dich. Sondern eben ums Wetter.

Und die berühmteste Floskel ist ja leider: «Wie geht’s?» Was erwarten die Leute? «Gut, und dir?» Ich gebe dann manchmal extra eine andere Antwort. Und schon entsteht ein Gespräch. Dann hoffentlich ohne zu viele Floskeln.

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