Meine Theorie zur Frühjahrsmüdigkeit

Meine Theorie zur Frühjahrsmüdigkeit

Ich schreibe diesen Blogeintrag und mir fallen fast die Augen zu. Nach acht Stunden Schlaf frage ich mich: Gibt es die Frühjahrsmüdigkeit also tatsächlich? Oder ist sie doch nur ein Gerücht?

Heute morgen stehe ich auf und habe das Gefühl, jemand hat mir meine Augen über Nacht zugeklebt und ist mit einem Lastwagen über meine Beine gefahren. Ich bin sooo müde. So müde war ich nicht mal, als ich nachts mehrmals wegen dem Schöppelimachen für meine Tochter aufstehen musste. OK, hat wohl was mit Gewohnheit zu tun. Aber jetzt will ich mal der Frühjahrsmüdigkeit auf den Grund gehen. Gibt es sie oder gibt es sie nicht? Nach der vergangenen, eigentlich ruhigen Nacht, sage ich: Ja, es gibt sie.

Ich hab da nämlich so eine Theorie: Wenn es draussen wieder wärmer wird, ist das Leben bekanntlich wieder angenehmer. Und genau das ist das Problem. Die warme Luft macht uns müde und träge. Vorbei mit Überlebenskampf in der klirrenden Kälte, hinein in die Wohlfühloase mit Sonne und lauen Lüftchen. Der Outdoor-Wellnesstempel spornt uns nicht gerade zu Höchstleistungen an. Die kalte Luft schon. Sie hält uns wach. Unser Körper läuft auf Hochtouren.

Ja, eine Theorie aufstellen kann jeder. Dann lassen wir halt mal ein Experte reden. Und siehe da: So falsch liege ich offenbar nicht. Dr. Markus Beck, den hab ich online gefunden, sagt in einem Interview: «Ich vermute, dass die steigenden Temperaturen und Wetterumschwünge hinter den Symptomen stecken. Innerhalb kürzester Zeit wechseln sich Minustemperaturen und warmes und zum Teil föhniges Wetter ab. Das kann Menschen, deren Kreislauf nicht stabil ist, Probleme machen. Genauso, wenn die Temperaturen nach unten gehen.» Und weiter: «Im Frühjahr nimmt das Schlaf-Hormon Melatonin ab und das Wach-Hormon Serotonin zu. Ich persönlich bin von dieser Erklärung als alleinige Begründung von Frühjahrsmüdigkeit aber nicht so überzeugt. Ich glaube: Wenn es draussen heller wird, schlafen viele Menschen weniger, beziehungsweise schlechter und sind deshalb müder. Das hängt auch vom persönlichen Schlafverhalten ab. Ausserdem hat bei vielen die Kondition über den Winter gelitten.»

Hormon eher nein, Kondition eher ja. OK. Vielleicht ist es kein Zufall, dass ich mir ausgerechnet heute morgen vorgenommen habe, wieder vermehrt joggen zu gehen. Was heisst vermehrt? Ich muss endlich wieder damit anfangen. Und wenn ich schon so schön frühjahrsmüde bin, werde ich mich wie in Trance fortbewegen und gar nicht mitbekommen, dass ich bereits zehn Kilometer gelaufen bin. Ein Hoch auf die Frühjahrsmüdigkeit!

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