Vom kleinen Hafen in die grosse Villa

Vom kleinen Hafen in die grosse Villa

 

Textair zieht um. Vom Industriebüro im Hafen geht es in die Office-Villa an der Rheinpromenade. Tönt gut, nicht? Der Umzug hielt ein paar Überraschungen bereit. So im Sinn von: Warum sollte es einfach sein, wenn es auch schwierig geht?

Dienstagmorgen. Ein letztes Mal nehme ich den «Stairs-Challenge» auf mich. Statt den Lift zu benützen, laufe ich die 90 Treppenstufen in den fünften Stock hoch. Das schaffe ich inzwischen mit links. Das neue Büro hingegen befindet sich in der zweiten Etage. Ich muss mir wohl ein neues Fitnessprogramm überlegen. Egal. Der letzte Tag im Kleinhafen läuft reibungslos. Ich bin bereit für die vom Projekt Interim gepachtete Villa am Schaffhauserrheinweg.

 Ich gebe zu: Die Sonnenuntergänge mit Containerkulisse sind beim Kleinhafen unschlagbar.
Ich gebe zu: Die Sonnenuntergänge mit Containerkulisse sind beim Kleinhafen unschlagbar.

Mittwoch, 1. November, 8 Uhr 30. Schlüsselübergabe. Dann ist Streichen ist angesagt. Natürlich mit Hilfe vom Profi. Schliesslich muss genau das für mich richtige Grau gemischt werden. Das kann ein Malermeister halt besser als ein Texter. Bei mir gäbe es wohl nur eine farbenfrohe Buchstabensuppe. Inzwischen ist es Zwei Uhr nachmittags. Geschafft. Ich bin bereits wieder dabei, das Abdeckband zu entfernen. Sehr schön. Hier paar Eindrücke von der Renovation:

Jetzt muss der Teppich weg. Kein Problem, oder? Gekonnt mache ich ein paar Probeschnitte und merke: Morgen mit Sack und Pack einziehen? Keine Chance! Das gute Stück ist fest verklebt. Die Bodenleger haben ganze Arbeit geleistet. 17 Uhr. Drie Viertel des Teppichs sind entfernt. Um die Nachtschicht komme ich nicht herum. Nun brauche ich besseres Werkzeug und nochmals fremde Hilfe. Dieses Mal muss – wie bereits in so vielen Fällen vorher – mein Kumpel Oli dran glauben. Weil: Die Platten unter dem Teppich müssen auch weg.

Es ist wieder 8 Uhr 30. Dieses Mal aber am Abend. Im halbdunklen Büro machen wir uns ans Werk – ausgerüstet mit Schutzhandschuhen, Brecheisen und Hammer. Zwei Stunden später heisst es, wie sagt man so schön im Fachjargon? Ende Gelände. Dabei wäre es fast geschafft gewesen. Wenn nur nicht die hartnäckigen Ecken wären. OK, morgen ist auch noch ein Tag. Eigentlich der Zügeltag, aber was solls.

Donnerstagmorgen. Mit frischer Kraft entferne ich die letzten Teile und stehe am Abend nun vor zwei Haufen – einem mit Teppich- und einem mit Plattenresten. Morgen also Home-Office. Am Samstag heisst es Schleifen. Ja, ich bin den Teppichlegern ziemlich auf den Leim gegangen. So viel Kleber hab ich noch nie gesehen auf einem Boden!

Topmotiviert stehe ich am Samstagmorgen nach dem Abtransport des Schutts in meinem Büro und bin bereit zum Loslegen. Mit dem Extenderschleifer will ich dem Kleber den Garaus machen. Doch der zeigt sich hartnäckig. Zwei Stunden und zehn Schleifblätter später gibt sich der Boden unbeeindruckt von meiner Schufterei. Mission failed. Wirklich? Ach was! Am Sonntag räume ich das Büro ein und beschliesse, den Boden in den Weihnachtsferien weiss zu streichen. Problem gelöst. 

Dienstagmorgen. Ich bin startklar. Steff la Cheffe begleitet mich beim Einzug. Die Rapperin hat mit «Alice» ein multimediales Spoken Word Musiktheater ins Leben gerufen. Das mache ich mit dem Geruch von Leim und angeschliffenem Holz in der Nase den Lesern der «Programmzeitung» schmackhaft.

Bis nächste Woche und viele Grüsse vom Hoftexter der Villa Interim!

So sehen Haus und Büro übrigens aus:

 

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