«Uber fahren ist ein gefährlicher Job»

«Uber fahren ist ein gefährlicher Job»

 

Dienstagmorgen. Mein Velo? Im Büro. ÖV? Keine Lust. Ach ja: Uber! Schnell, günstig, interessant. Was man da alles erfährt beim Fahren. Da hab ich schon ein wenig gestaunt.

Kaum bestellt, ist er auch schon da. Ich steige ein und werde beinahe überfahren – von einem Gesicht wie drei Tage Regenwetter. Markus – und jetzt kommt der Klassiker: «Name der Redaktion bekannt», ist etwa 40 Jahre alt und nennt einen gepflegten VW Passat mit Kennzeichen BL sein Eigen. Die schlechte Laune fährt mit. Das ist neu für mich, wenn ich mit Uber unterwegs bin.

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Gut, versuchen wir es mit einem Eisbrecher: «Fährst du oft Uber?», frage ich. Ein etwas grummeliges Ja ist die Antwort. Aber eigentlich ist der Chauffeur in erster Linie Digderidoo-Spieler. «Seit 25 Jahren. Auf dem Gurten war ich auch schon mal», erzählt Markus stolz und taut langsam auf. «Musik und fahren – das ist perfekt.» 

Selbstmord, Prügel und Junkies

«Als Uber-Fahrer brauchst du eine dicke Haut», sagt er so ein bisschen nebenbei. Doch jetzt wird es interessant! Ich mache grosse Augen und frage: «Warum?!» Markus beginnt zu erzählen: «Einer wollte in meinem Auto Selbstmord begehen. Da musste ich auf ihn einreden, dass er sich jetzt nicht umbringt.» Ein anderes Mal seien vier Junkies eingestiegen. «Die haben mich ohne Grund beleidigt. Ich bin ruhig geblieben, dachte aber: Jesses, wo bin ich da hineingeraten.» Passiert ist nichts. Nicht wie damals, als ein Hooligan der Gast von Markus war. «Er wollte mich verprügeln. Er hat es darauf angelegt, dass ich schlussendlich angehalten bin und ihn rausgeworfen habe.» Ob es da wirklich zur Prügelei kam? Ich hab nicht weiter nachgefragt. «Uber fahren ist ein gefährlicher Job», weiss der fahrende Digderidoo-Spieler. 

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Inzwischen sind wir schon fast bei meinem Büro angekommen. «Hätte übrigens nicht gedacht, dass sich heute Morgen jemand meldet», sagt Markus und trägt jetzt sogar ein Lachen im Gesicht. «Nachts sind alle unterwegs. Da ist die Konkurrenz gross.» Ich sage Tschüss und schaue auf mein Smartphone. «Bewerten Sie Ihren Uber-Fahrer», heisst es da. OK. Schräger Typ zwar, aber interessante Geschichte. Hat extra eine Abkürzung genommen, also hab ich Geld gespart. Fünf von fünf Punkten. Dankeschön.

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