Sie haben Post!

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Ich möchte hier ein bisschen Werbung machen für ein Ding namens Brief. Briefe sind toll und wir sollten öfters Briefe schreiben. Findet ihr nicht auch?

Haha. Wie ironisch, dass ihr dies in einem Blog im Internet lest.

 

 

Die Schweizer verschicken jedes Jahr ca. zwei Milliarden Briefe. Vor 15 Jahren war es noch eine knappe Milliarde mehr. Heisst: Es ist ein Drittel weniger geworden. Ja logo. Wer schreibt schon noch Briefe, wenn man kurz ‘ne Mail senden kann, eine SMS oder eine WhatsApp-Nachricht. Ist ja total unnötig. Geht auch so lange. Aber irgendwie… ists ja schon ein bisschen persönlicher, so ein Brief. Kennst du zum Beispiel eigentlich die Handschrift deiner engsten Freunde?

 

 

Früher hatten wir noch Brieffreunde. Wir haben einander zum Geburtstag Karten geschrieben. Wir haben viel öfters aus den Ferien Postkarten geschickt, statt Fotos per Whatsapp zu versenden. Hattet ihr auch immer so einen Stress vor den Ferien, um alle Adressen der Schulfreunde und Verwandten und Bekannten zu sammeln? Denn ich mein, aus den Ferien per Whatsapp nach der Adresse fragen, versauts schon ein bisschen. 

 

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Wisst ihr noch früher in der Schule, als wir einander Zettelchen geschrieben haben und sie weitergeben mussten vom einen Pultnachbarn zum anderen? Und die Angst, dass es die falsche Person lesen könnte? Wenn Pascal nicht checkt, dass er es an Myriam weitergeben muss? Denn im Zettelchen steht, dass Sarah auf Pascal steht. Ach, was war das für ein Spass.

 

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Und natürlich die Angst, dass der Lehrer es merkt und sogar vorlesen könnte. Oder sagt: «Teile es doch der ganzen Klasse mit, was du zu sagen hast.» Ja, es gab diese Lehrer. Die Bösen. 

Wohingegen es natürlich auch Nervenkitzel pur ist, einem Schulkollegen eine Nachricht aufs Handy zu schicken und dabei zu hoffen, dass er es auf stumm geschaltet hat. Aber irgendwie ist es nicht das Gleiche.

Klar geht es schneller, eine Nachricht mit dem Handy zu schicken. Ist auch total praktisch, wenns schnell gehen muss. Und das muss es ja meistens heutzutage. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie es wäre ohne WhatsApp. Oder sogar ohne SMS. Aber ich denke, dann würd ich einfach telefonieren. Aber wenn es das auch nicht gäbe. Hmm.. keine Handys, keine Telefone. Was bleibt dann noch? Schon krass. Das war mal so, dass es das alles nicht gab. Scheint wie eine andere Welt, wenn man sich das mal so genau überlegt.

 

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Wir sollten es zu schätzen wissen, was für viele Möglichkeiten wir heute haben. Aber nur weil wir whatsappen können, heisst das ja nicht, dass wir immer müssen. 

Wenn du heute jemandem eine Freude machen willst, dann schickst du einen Brief. Vielleicht freut sich nicht jeder gleich fest darüber, aber ich denke, viele fänden es eine erfrischende Abwechslung.

Für einen Brief nimmt man sich so richtig Zeit. Man schreibt und überlegt, erschafft einen kleinen Roman. Und wenn man einen Fehler gemacht hat, muss man nochmals von vorne anfangen.

 

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Man schreibt nicht nur «Hey ciao was lauft?» Bei einem Brief kommen ganze Geschichten zusammen. Aber auch das braucht es nicht immer.

Ich habe vor ein paar Wochen beim Vorbeispazieren am Haus von Freunden, ein kleines Zettelchen in den Briefkasten geworfen. Da reicht ein Fötzel Papier, eine Quittung, ein Stück Zeitung oder was du halt grad hast. Hab dann nur drauf geschrieben: «Hallo ich bi do dure gloffe. Liebe Gruess.» Hahaha. Das reicht doch schon. Also ich würde mich freuen über solche Dinge.

Weiterer Vorteil eines Briefes: Wenn etwas Unerfreuliches in dem Brief steht, dann kann man ihn zerknüllen und zerreissen und seine ganze Wut daran auslassen.

Aber was machst du wenn so etwas per Whatsapp kommt? Gaaaaaanz ruhig bleiben. Das Handy nicht an die Wand knallen! Und so stauen sich doch all die Aggressionen in uns an. Das ist nicht gut. Gar nicht gut.

Wenn das so weitergeht mit E-Mail, SMS, WhatsApp, Apps. Wird es dann irgendwann keine Briefe mehr geben? Können Briefe aussterben? 

Meine Meinung? Ich denke nicht, dass das jemals passieren wird. Ich denke, das ist so ähnlich wie mit den Büchern. Es gibt sie heute auch zum Herunterladen. E-Books, die man auf dem Kindle lesen kann. Aber Bücher wird es immer geben.

 

 Bücher sind wie Haie. Haie sind alt. Es hat Haie im Meer gegeben bevor es Dinosaurier gab. Und der Grund warum es immer noch Haie gibt, ist, dass Haie besser darin sind Haie zu sein als irgendetwas anderes es ist.
Bücher sind wie Haie. Haie sind alt. Es hat Haie im Meer gegeben bevor es Dinosaurier gab. Und der Grund warum es immer noch Haie gibt, ist, dass Haie besser darin sind Haie zu sein als irgendetwas anderes es ist.

 

Also, was ich euch hier versuche zu sagen, ist: Schreibt mehr Briefe! Schreibt eurer Mutter, euren Geschwistern, euren Freunden und natürlich nicht zu vergessen: eurer Oma! Es muss ja nicht oft sein. Aber es ist so schön zwischen all der anderen Post wie Werbung, Dokumenten und Rechnungen, mal einen Brief zu finden.  Wie wäre es denn, eine Einladung per Brief zu senden, statt per Whatsapp? Eine Einladung zum Essen oder so etwas. Das Tolle daran ist ja auch: Man kann in das Couvert noch anderes reinstecken. Zum Beispiel ein Heftchen, ein Foto, eine CD. 

Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik zu diesem Blog habt, dürft ihr mir  dies natürlich gerne mitteilen. Ich denke, ihr wisst auf welche Art und Weise 😉 Ich freue mich. 

Die Adresse wäre:

Textair  c/o KLEINHAFEN

Die Praktikantin

Südquaistrasse 14

CH-4057 Basel

Herzlich liebe Grüsse und schönes Weekend 

Die Praktikantin

 

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