4 Begriffe – eine Geschichte

4 Begriffe – eine Geschichte

Meine Lieben, heute kommt mal etwas anderes. Das Spiel funktioniert so: Mein Chef gibt mir vier Begriffe vor. Aus diesen muss ich eine Kurzgeschichte schreiben. Die Begriffe bekomme ich natürlich erst dann, wenn ich direkt anfangen muss zu schreiben. Das heisst ich habe nicht gross Zeit, darüber nachzudenken.

Ich freue mich auf die Aufgabe!

Und schon gehts los.

Die Begriffe:

–       Unterwasserwelt

–       Festplatte

–       Harasse

–       Schoggimilch

Die Geschichte:

Schweizer Könnens nicht lassen

Herbert macht gerade seinen täglichen Spaziergang. Die Unterwasserwelt ist heute besonders schön. Ach ja. Herbert ist ein Krebs. Er lebt in Italien in der Nähe von Neapel.

 

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Die Sonne scheint durch die Wasseroberfläche und erhellt alles darunter mit einem Lichterspiel. 

 

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«Ah, Napoli, du bise eine wundeschöne Ort. Che bello! Che bello!»

Herbert hat schon vieles gesehen. Er hat schon in Frankreich, in Norddeutschland und sogar in England gewohnt. Ursprünglich kommt Herbert aus der Schweiz. Seit nun schon zwei Jahren wohnt der alte Krebs im Golf von Neapel. Er ist sehr zufrieden damit. Nur eines vermisst er.  In der Schweiz, da gibt es die beste Schoggimilch, die er je getrunken hat. Er schwelgt oft in Erinnerungen an diese Köstlichkeit.

«Ciao Herberto», grüsst ihn Fischdame Sindy. Hinter ihr schwimmen ihre elf Kinder. «Marcel-Joakin, Tyson-Pascal, Schantal, kommt jetzt!», mahnt sie ihre Kleinen, die immer ein wenig trödeln.

 

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Herbert erblickt plötzlich ein schwarzes Viereck, das von oben auf sie zu kommt. «Was ise denne dase?» Herbert schaut erschrocken nach oben. Die Fische haben ihn nicht mehr gehört, sie sind schon weg. Es kommt näher und näher. Herbert krebst sich schnell weiter weg, damit es nicht auf seinen Kopf fällt und beobachtet das unbekannte Ding.

Pflump – landet es im Sand des Meeresgrunds. Herbert wartet einen Moment und versucht das Ding aus der Ferne zu inspizieren. Dann geht er vorsichtig ringsherum, um es von allen Seiten anzuschauen. Es sieht aus wie ein Gerät. Nach reiflicher Überlegung greift er mit seiner Scherenklaue an das Ding. Nichts passiert. Bestimmt ist das ein Menschending. Diese Zweibeiner werfen immer ihre abstrusen Dinge ins Meer. Da wird er sauer. Und wenn Herbert sauer wird, dann wird er es so richtig. Herbert kann sich wahnsinnig gut aufregen. Und bekanntlich regt man sich in seiner Muttersprache auf.

«Himmelherrgott, Nundefahne, Heimatland! Das isch aso gopferdelli e Frächheit, isch das! Donnerwätter! Do gits mr jo eine! Welle huere Dotsch het jetz das widr do ine gworfe!? Stinkfräch und unerhört!  Gopfridstutz, das isch doch eifach gruusig! Ich schmeiss euch au nid min Mischt in Garte!!»

 

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Und so wettert Herbert weiter und weiter und geht dabei mit strammem Schritt hin und her und hin und her.

«Herberto, wase ise passierte? Hase du eine Herzeanefall?»

 

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Giuseppe, die Qualle kommt auf ihn zu. Langsam beruhigt sich Herbert wieder und erklärt seinem Freund was passiert ist. «Wase ise dase?», fragt Giuseppe verwirrt und schaut das eckige, schwarze Ding an. Sie möchten es herausfinden und wissen auch genau, wen sie fragen müssen. Da gibt es einen alten, weisen Oktopus, der weiss sehr viel über Menschendinge.

 

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Gemeinsam schleppen sie das schwere Ding den weiten Weg. «John, kannst du uns helfen? Kannst du uns sagen was das ist?» «Das ist eine Kiste, ihr Idioten. Ihr müsst sie öffnen.» John ist zwar klug, aber manchmal nicht besonders freundlich. Sie öffnen die Kiste. Darin ist ein Papier auf dem steht: «Liebe Leser. Ihr dachtet wohl, dies sei eine Festplatte. Haha.»

DING DONG. Die Post ist da. John nimmt dem Post-Aal das grosse Paket ab. Schon wieder eine ominöse Kiste? «Oh. Es ist für dich, Krebs. Gut, dass du grad da bist.» «Für mich? Was? Wieso denn das?», wundert sich Herbert. «Du nervst mich seit nun fast zwei Jahren damit, ich kanns nicht mehr hören. Wir leben in einer Zeit, da geht alles. Es gibt Onlineshops, es gibt Lieferservice. Machs auf. Es ist ein Geschenk.», sagt der Oktopus John.

Herbert schaut John und Giuseppe verdutzt an. Dann schneidet er mit seinen Scheren das Klebeband auf und öffnet das Paket. Was ist wohl drin? Eine ganze Harasse mit Flaschen auf denen steht: Feinste Schweizer Schoggimilch.

 

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So, das wars. 

Ich hoffe die Geschichte hat euch gefallen. Und falls ihr jetzt Lust auf Schoggimilch habt: Es ist ok. Ich hab auch eine getrunken während dem Schreiben. 

 

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Ich wünsch euch ein tolles Wochenende.

Bis bald

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